Frauenpilgerweg 2022

Sechs Frauen aus dem Werra-Meißner-Kreis haben sich vor zehn Jahren zu einer Pilgerwanderung in jährlichen Etappen aufgemacht, beginnend am Zisterzienserkloster in Loccum. In diesem Sommer erreichten nun 21 Pilgerinnen ihr Ziel wiederum am Ausgangsort.
Neue Kraft für die Anforderungen ihres Alltags fanden die Teilnehmerinnen beim gemeinsamen Singen und in Gesprächen in fröhlicher Atmosphäre wie auch im Beten und zeitweiligem Schweigen. Thema dieser letzten Etappe war „Hinterm Horizont geht’s weiter“, der Freiheit in Christus Raum zu geben und Impulse und Erfahrungen mitzunehmen in Beruf und persönliches Umfeld.
Unter der Leitung von Cornelia Großkurth und Pfarrerin Iris Hocke ging die Pilgertour in den ersten fünf Jahren von Loccum aus nach Thüringen zum Kloster Volkenroda, welches erst im Jahr 1990 wiederentdeckt wurde und mittlerweile mit dem Christus-Pavillon der EXPO 2000 ein weithin bekannter Ort der Stille und Einkehr geworden ist. Im 12. Jahrhundert war von Mönchen des Mutterklosters Volkenroda das Tochterkloster in Loccum gegründet worden, heute Predigerseminar und Bildungsstätte.
In den weiteren fünf Jahren pilgerte die Gruppe um Iris Hocke und Cornelia Großkurth, beide aus Waldkappel, auf einem erst jüngst wiederentdeckten Teilstück des Jakobsweges, von Hamburg nach Loccum. Jedes Wegstück der Etappen haben die beiden in Vorexkursionen gut erkundet, nach geeigneten Unterkünften, Verpflegungsmöglichkeiten gesucht und Kirchen gefunden, in denen Gottesdienst gefeiert werden kann.
Die Frauengruppe vergrößerte sich stetig. Unterwegs wird sie angeführt von der Trägerin des mit frischen Blumen liebevoll geschmückten Pilgerkreuzes. Auf dieser letzten Tour mit einer Gesamtstrecke von etwas mehr als 100 Kilometern konnten die Frauen an fünf Tagen die herrliche Freiheit der Töchter Gottes erspüren. Immer geht es um neue Erfahrungen, ein bisschen Abenteuer und auch ein bisschen Angst, mit Unbequemlichkeiten und Beschwernissen umzugehen.
Sommerhitze, Regenschauer und manch unerwartete Begegnung, das alles gehört zum Pilgerleben. Anders als in der Blase unserer Zuhause-Welt gibt es beim Pilgern auch frische, befreiende Luft. Und damit erfüllt sich das Wichtigste: Freie Frauen denken frei, reden frei und glauben frei.